Straßenarbeit

Was macht Streetwork eigentlich?

Streetwork richtet sich an Kinder und Jugendliche in Bergkamen. Wir kommen direkt auf die Straße. An Streetwork kannst du dich mit all deinen Problemen wenden.

Alles was du erzählst bleibt unter uns, und nichts geschieht ohne deine Zustimmung.

Streetwork ist in erster Linie für dich da, wenn du …

  • Probleme mit Ämtern, Gerichten und Behörden hast.
  • auf Job- oder Arbeitssuche bist.
  • nicht klar kommst mit komplizierten Formularen.
  • dich einfach nur mal ausquatschen willst.
  • mit deiner Clique Schwierigkeiten an eurem Treffpunkt hast.
  • oder sonst ein Problem hast!Wir hören dir zu und schauen gemeinsam, was machbar ist.
  • Außerdem gibt es natürlich viele Freizeitangebote, wie du diesen Seiten entnehmen kannst.

Was ist Streetwork?

Streetwork/Mobile Jugendarbeit versteht sich als niedrigschwelliges Angebot akzeptierender, lebensweltorientierter Jugendsozialarbeit. Das bedeutet, Streetwork ist ein Hilfeangebot für Jugendliche und junge Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen selten oder gar nicht mehr von anderen Angeboten der Jugendhilfe erreicht werden. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt bei Jugendlichen und jungen Menschen nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII). Das Gesamtspektrum lässt sich in drei Bereichen ansiedeln: §11 (Jugendarbeit), §12 (Jugendsozialarbeit) sowie §14 (Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz). Das Verhalten dieser jungen Menschen, geprägt durch Erziehungsdefizite, Gewalterfahrung, Ausgrenzung, Frustrationen und Ängste, zeichnet sich häufig durch Aggressionen und Suchttendenzen aus. Oftmals haben sich bei ihnen starke Vorbehalte gegen Institutionen, Erwachsene und Sozialarbeiter/innen entwickelt. Ein zentraler Punkt der Streetwork-Arbeit vor Ort ist daher der oft mühselige Aufbau einer Vertrauensbasis zu den Jugendlichen. Das Arbeitsfeld unterscheidet sich im Wesentlichen von anderen Bereichen der Sozialarbeit durch das Verlassen des sicheren Raumes einer Institution. Streetwork sucht Jugendliche und junge Erwachsene in deren Lebenswelt auf und unterstützt sie bei der Schaffung von positiven und realistischen Lebensbedingungen.

Der inhaltliche Hauptschwerpunkt der Arbeit ist die Verbesserung der Lebenswelt Jugendlicher und junger Menschen. Jugendliche und junge Menschen, die bestehende Hilfs- und Freizeitangebote aus verschiedensten Gründen nicht wahrnehmen, können oftmals nur durch Streetwork erreicht werden. Nach dem Prinzip der Freiwilligkeit haben die Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit, ihre Probleme darzustellen, Hilfen anzunehmen um so ihren Alltag besser bewältigen zu können. Dies beinhaltet die Stärkung der Persönlichkeit Einzelner, die Förderung des Erwerbs individueller Handlungskompetenzen zur eigenverantwortlichen Lebensführung, die Vermittlung in unterschiedlichste Hilfesysteme, die Schaffung sinnvoller Freizeitmöglichkeiten, die Hilfe zur Alltagsbewältigung sowie Orientierungshilfen bei verschiedenen Lebensfragen.

Neben der Verbesserung der Lebenswelt von jungen Menschen, zielt Streetwork weiterhin darauf, die Akzeptanz der Zielgruppen mit ihren eigenen Normen und Werten und deren gesamtgesellschaftliche Akzeptanz zu fördern.

In einem wechselseitigen Prozess soll auf soziale Probleme hingewiesen und Prozesse der Veränderung und Vernetzung in Gang gebracht werden. Der Zielgruppe soll durch Vermittlung in die unterschiedlichen Hilfesysteme die Bandbreite der gesellschaftlichen Angebotsstruktur sowie der Jugend- und Sozialarbeit (wieder) zugänglich gemacht werden.

Streetwork/Mobile Jugendarbeit versteht sich als „aktivierende“ und ressourcenorientierte Sozialarbeit. Junge Menschen sollen befähigt werden ihre persönlichen und kollektiven Lebenssituationen bewältigen zu können, und so Konflikte mit ihrer Umwelt zu reduzieren oder selbst zu lösen.

Ziel ist die Erschließung und Schaffung von öffentlichen Räumen und die Erweiterung von Sozialkompetenzen, wie z. B. Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Beziehungsaufbau und Pflege, Entwicklung und Realisierung individueller Lebensperspektiven sowie die Interessenvertretung der jungen Menschen.

Ausgrenzung und Stigmatisierung von jungen Menschen soll verhindert oder verringert werden. Den Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden lebensfeldnahe soziale Leistungen angeboten, die ihre Integration fördern sollen und folgende Zielkategorien beinhalten:

  • Erweiterung der sozialen Handlungskompetenz der Adressatinnen und Adressaten
  • Erschließung gesellschaftlicher (Fremdhilfepotenzial) und individueller Ressourcen (Selbsthilfepotenzial)
  • Entwicklung und Unterstützung bei der Umsetzung von Lebensperspektiven
  • Reduzierung und Vermeidung gesellschaftlicher Benachteiligungen und Diskriminierungen Entwicklung inhaltlich-fachlicher und sozialpolitischer Einmischungsstrategien
  • Vertretung der Interessen von Gruppen, Cliquen und Szenen
  • Erschließen, Erhalten und Zurückgewinnen von öffentlichen Räumen
  • Institutionelle und konzeptionelle Innovation als Grundlage für Sozial- und Jugendhilfeplanung
  • Orientierungshilfen bei verschiedenen Lebensfragen (z.B. Ausbildung, Arbeit, Wohnen, Familie, Existenzsicherung, Gesundheitsfürsorge)
  • Förderung der Akzeptanz bzw. Verbesserung bestehender Lebenswelten.

Das machen wir konkret:

Im Spektrum von Freizeitgestaltung bis zu Hilfen zur Existenzsicherung hat Streetwork Bergkamen eine breite Palette von Anforderungen zu bewältigen. Gerade bei Jugendlichen, die ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße haben, muss zwischen dem cliquentypischen „Abhängen“ im öffentlichen Raum und dem Leben auf der Straße im Zusammenhang mit Schulschwänzen, Arbeitslosigkeit und/oder verdeckter und offener Wohnungslosigkeit unterschieden werden. Abhängig von der Problematik setzt Streetwork Bergkamen auf die Begleitung und Unterstützung der Jugendlichen an ihren selbst gewählten Freizeittreffpunkten oder auf existenzsichernde Maßnahmen und umfassende Einzelhilfe:

  • Stärkung der Persönlichkeit Einzelner
  • Abbau von Schwellenängsten gegenüber anderen Hilfeangeboten
  • Aufbau der Angebotsstruktur
  • Hilfen zur Alltagsbewältigung
  • Prävention
  • Förderung des Erwerbs individueller Handlungskompetenzen zur eigenverantwortlichen Lebensführung
  • Eröffnung und Schaffung von Freizeitmöglichkeiten
  • Orientierungshilfen bei verschiedenen Lebensfragen (Jugendhilfe, Sozialhilfe, Ausbildung und Arbeit, Wohnen, Familie usw.)